Den Hof machen

PNN, 07.04.16
Am geplanten Nachbarschaftshaus „Scholle 34“ wird am Freitag ein öffentlicher Garten eröffnet.

Potsdam-West – Zu einem Arbeitseinsatz für das geplante Nachbarschaftshaus „Scholle 34“ in der Geschwister-Scholl- Straße ruft das Stadtteilnetzwerk Potsdam-West auf. Unter dem Motto „Wir machen den Hof“ sollen am morgigen Freitag ab 17 Uhr angemietete Bauzäune rund um die frühere Pizzeria „Trattoria Toskana“ aufgestellt werden – um auf dem Gelände einen, für die Öffentlichkeit bestimmten, Nachbarschaftsgarten öffnen zu können. Dort könnten erste Ideen verwirklich werden, von gemeinsamen Gärtneraktionen bis zu Tanzkursen unter freiem Himmel sei vieles denkbar, wie Netzwerksprecher Daniel Zeller am Mittwoch auf PNN-Anfrage sagte. Für die Öffnung des Gartens sei es aber wichtig, das marode Haus zu sichern, auch in Hinblick auf geplante Umbau- und Sanierungsarbeiten. Die Initiative will das seit Jahren leerstehende Restaurant zu einem Treffpunkt für den Kiez entwickeln.

Für dieses Ziel setzt Netzwerkkoordinator Daniel Zeller auch auf Spenden aus dem Kiez. Mit dem Arbeitseinsatz verbunden ist der Start einer Spendenkampagne unter dem Motto „Fifty-Fifty“, bei der das Scholle-Team insgesamt 2500 Euro einwerben will – also 50 mal 50 Euro. Von dem Geld sollen die jetzt noch angemieteten Zaunteile durch eigene ersetzt werden.

Dass der Verein für die Zäune Geld sammeln muss, ist eigentlich verwunderlich: Schließlich hatten die Stadtverordneten im März vor einem Jahr eine finanzielle Unterstützung der Sanierung beschlossen. Doch die im aktuellen Haushalt vorgesehenen 100 000 Euro seien nicht für bauvorbereitende Maßnahmen gedacht, teilte die Stadt zuletzt auf Anfrage des Linke-Stadtverordneten Matthias Lack mit. Es bestünden auch weder Kapazitäten noch Möglichkeiten, die Stadtteilinitiative bei der Sicherung des Gebäudes zu unterstützen, so die Stadt.

Zeller sagte, neben der Eröffnung des Nachbarschaftsgartens verhandle die Initiative derzeit über einen langfristigen Nutzungsvertrag für das Gelände, das die Schlösserstiftung zur Verfügung gestellt hatte. Ebenso hoffe er, dass in diesem Jahr eine langfristig tragfähige Finanzierungs- und Betreiberlösung gefunden werden. Derzeit sitze bereits ein Architekt an der Raumplanung für den Nachbarschaftstreff – in dem Familienangebote ebenso Platz haben sollen wie Künstler oder eine kleine Werkstatt für den Stadtteil. Für 2017 sei der konkrete Start der Umbaumaßnahmen vorgesehen.