Außerhaustreffen

so viele neue und bewährte Ideen für den Nachbarschaftsgarten
so viele neue und bewährte Ideen für den Nachbarschaftsgarten

Einladung zum Scholle34-Worksop
„aktuelle Nutzungen und Gestaltungsideen sammeln für die Außenflächen der Scholle 34“

Wann: 14.1.2017 von 10-13:00
Wo: Beginn auf der Scholle 34 (bis 10:30), dann Atelierhaus (Scholle 54)

Liebe Interessierte,
Ziel dieses Workshops ist es, alle aktuellen Nutzungen und Gestaltungsideen für das Außengelände der Scholle 34 in einem ersten Schritt zu sammeln, um auf Basis dieser Übersicht in weiteren Schritten ggf.
1. weitere Nutzungsideen zu entwickeln
2. bisherige Nutzunsinteressen ggf. zu bündeln und zu verdichten
3. und/oder zu koordinieren.
Der Workshop richtet sich an alle bisherigen, aber hoffentlich auch neuen Gesichter, die sich für die Gestaltung der Fläche interessieren.
An diesem Samstagvormittag sollen:
– der bereits bestehender Entwurf für das gesamte Gelände von Hugo Bergmann vorgestellt werden
– aktuelle Aktivitäten und Vorstellungen
o zeitlich – wie oft auf der Fläche,
o räumlich – wo
o und Art der Nutzung- was wird gemacht, gesammelt werden:
– diese wenn möglich abgestimmt werden
– Mögl. Weitere Schritte besprochen werden

Zeitlicher Ablauf:
10:00-10:30 Vorstellungsrunde auf dem Gelände der Scholle 34 + Umzug ins Atelierhaus
10:30-11:15 Sammeln der Aktivitäten + kurze Vorstellung der Idee/Nutzung
11:15-11:45 Kaffeepause
11:45-13:00 Diskussion, mögliche Koordinierung und Abstimmung der Aktivitäten (wo & wie kollidieren Interessen; Ableitung von Aufgaben kurz- mittel- und langfristig)

Gärtnern im Nachbarschaftsgarten Scholle34


Liebe Freunde des Gärtnerns.
Ab dem kommenden Samstag (03.09.16) treffen wir uns immer erst ab 11:00 Uhr bis 14:00 Uhr zum gemeinsamen Arbeiten. Also wer Lust hat, zu dieser Zeit immer herzlich willkommen. Wem der Samstag nicht gefällt, auch an anderen Zeiten sind immer mal Leute vor Ort, um dem zukünftigen Aussengelände der Scholle34 ein Gesicht zu geben oder eigene Beete anzulegen, zu gießen oder Zucchini und Tomaten zu ernten.
Auch ist im Spätherbst eine Baumpflanzaktion geplant. Im vorderen Bereich soll ein Obsthain entstehen. Wer einen Obstbaum spenden möchte um hierfür die Patenschaft zu übernehmen, melde sich bitte bei > buddeln@scholle34.de < . Gerne weitersagen.

Ulrike aus der Gartengruppe

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Votieren für die Scholle34 im Bürgerhaushalt Potsdam 2017

„Der Bürgerhaushalt in Potsdam sieht verschiedene Formen der Beteiligung vor, um möglichst vielen Bürgerinnen und Bürgern der Landeshauptstadt Potsdam die Mitwirkung zu ermöglichen. Neben einer  Internet-Plattform können Sie sich über Beteiligungsbögen oder in den Bürgerversammlungen einbringen.“ (buergerbeteiligung.potsdam.de)

Der Bürgervorschlag Nr. 464 konnte durch eine Prorisierung (per Abstimmung) unter die 40 Bürgerideen mit den meisten Stimmen gelangen, von denen wiederum 20 der Stadtverordnetenversammlung zur Diskussion und Entscheidung übergeben werden.

Bürgerhaushalt

https://buergerbeteiligung.potsdam.de/node/6753/votierungsbogen#vorschlag_7286

Um das Anliegen „Scholle34 – Nachbarschaftshaus und Familienzentrum fördern“ voranzubringen, könnt Ihr bis zum 03. Oktober 2016 bis zu 5 Punkte vergeben.

PNN 17.05.2016

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Wange an Wange mit dem Nachbarn

von Andrea Lütkewitz

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Tango-Auftakt im Hauptbahnhof. Die Tanzgruppe „Tanguito“ eröffnete mit einem Tanz-Flashmob die Outdoor-Saison des Nachbarschaftsgartens „Scholle 34“.

Stadtteilnetzwerk Potsdam-West eröffnet Hof- und Gartensaison der „Scholle 34“ mit Tango-Flashmob am Hauptbahnhof Potsdam

Es erinnert an die rituelle Vertreibung des Winters: In goldenen Tanzschuhen, barfuß oder in Sneakers und zu Musik aus dem Ghettoblaster tanzten etwa zehn Paare einen der leidenschaftlichsten Tänze der Welt, einen Tango. In temperamentvoller Schrittfolge trotzten die Mitglieder der Tanzgruppe „Tanguito Potsdam“ am gestrigen Pfingstmontag im Potsdam Hauptbahnhof den windigen Eisheiligen vor der Tür, um damit die Outdoor-Saison im Nachbarschaftsprojekt „Scholle 34“ zu eröffnen.

Das Areal der „Scholle 34“ in der Geschwister-Scholl-Straße in Potsdam-West ist vielen noch als DDR-Ausflugsrestaurant „Charlottenhof“ oder Diskothek „Charly“ bekannt. Nachdem dort der letzte Mieter – ein italienischer Restaurantbetreiber – vor sechs Jahren auszog, verwilderte das Grundstück. Ende 2013 nahm sich das Stadtteilnetzwerk Potsdam-West e.V. des Grundstücks an, freiwillige Helfer befreien es seitdem von Gerümpel und Wildwuchs. Mit der Grundstückseigentümerin, der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, wurde eine Absichtserklärung zur künftigen Nutzung auf den Weg gebracht. Die Stadt bezuschusst das Projekt unter dem Aspekt des nachbarschaftlichen Miteinanders. Im Entstehen sind ein Gemeinschaftsgarten, ein Café, Familienräume und schließlich eine Tanzbühne im Freien, auf der die „Tanguito“-Tänzer künftig zeigen möchten, was sie können. Schon bald soll es montags Tanzkurse für Kinder und Jugendliche geben. „Wir freuen uns, dass wir zur richtigen Zeit am richtigen Ort waren und nun im Projekt dabei sein können“, so Steven O’Fearna, Mitgründer von „Tanguito“. In seiner Tanzgruppe tanzen auch viele Anwohner der „Scholle 34“ Wange an Wange, gute Voraussetzungen also für eine Etablierung vor Ort.

Überhaupt kommt nach und nach Struktur in das Projekt. Bis vor Kurzem fehlte noch Geld für einen Baustellenzaun – Gelder von der Stadt sind für Baumaßnahmen nicht vorgesehen. Doch dieser Zaun steht nun , nicht zuletzt auch dank einer „größeren Spende“ der Sparkassen-Stiftung, so der Netzwerkkoordinator des Vereins, Daniel Zeller. Damit können andere bauliche Maßnahmen angegangen werden, etwa das Herzstück des Gebäudes, ein 300 Quadratmeter großer Veranstaltungssaal, der zu Diskothek-Zeiten mit Brettern und Dämmmaterial zugebaut wurde. Geplant ist es, dessen ursprüngliche Glasfront wieder zum Vorschein zu bringen und damit auch „den Wert des unikaten DDR-Baus“ aufzuzeigen, so Zeller.

Dennoch wird vieles immer noch selbst organisiert – etwa die Tanzfläche, auf der der Flashmob am Pfingstmontag seine Künste zeigte, nachdem er zuvor im Hauptbahnhof und in der Wilhelm-Galerie Halt machte. Einer, der Material dafür beisteuerte, ist Clive Hughes aus Glindow. Er tanzt bei „Tanguito“. Das Tanzen in Potsdam-West auch anderen zu ermöglichen, ist ihm eine Herzensangelegenheit. „Ich wollte etwas zurückgeben“, sagt er. Und auch Daniel Zeller ist an diesem Tag zufrieden. Mit Blick auf die etwa 150 Gäste zur Saisoneröffnung sagt er: „Ich bin geflasht. Vor Kurzem standen hier noch lauter Container voller Schutt. Schöner hätte ich es mir heute nicht vorstellen können.“

Erschienen am 17.05.2016 auf Seite 09

PNN 25.05.2016

PNN 25.05.2016 von Andrea Lütkewitz

Nachbarschaftstreff „Scholle 34“ in Potsdam-West
Die Halle aus Halle
von Andrea Lütkewitz
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Bild vergößern

Der 300 Quadratmeter große Veranstaltungssaal hat 39 Jahre Tanzveranstaltungen überstanden – zumindest halbwegs. Zu DDR-Zeiten war das Gebäude ein beliebtes und gepflegtes Ausflugsrestaurant. Foto: A. Klaer

Konsum-Gaststätte, Diskothek, Trattoria: Die „Scholle 34“ hat große Typveränderungen hinter sich und ist stark verfallen. Jetzt soll das DDR-Gebäude saniert werden.

Potsdam – Die Wände sind schwarz und haben Löcher. Hier und da wurden ein paar leuchtende Sterne aufgemalt, hinzu kommen Herzchen und „I love you“ sowie Reste von herabhängender Technik. Die letzte Nutzung des 300 Quadratmeter großen Veranstaltungssaals der ehemaligen DDR-Ausflugsgaststätte „Charlottenhof“ in der Geschwister-Scholl-Straße 34 hat den ursprünglichen Bau stark verändert. Für den Betrieb der Diskothek „Charly“ in den 1990er-Jahren wurde er aus Lärmschutzgründen gedämmt und vernagelt. Auch der sich anschließende Leerstand ist der Halle nicht gut bekommen.
Zu DDR-Zeiten ein zentraler Veranstaltungsort

„Bis 1991 hat es hier ganz anders ausgesehen“, erzählt Daniel Zeller, Netzwerkkoordinator des Stadtteilnetzwerkes Potsdam-West e.V., das hier den Nachbarschaftstreff „Scholle 34“ aufbaut. „Die Außenwände bestanden aus großen Fenstern, es war ein lichtdurchfluteter Raum.“ Er selbst habe hier 1991 den Abschlussball seines Tanzkurses erlebt, sagt er, und der Schutt unter seinen Schuhen knirscht, als er durch den Raum läuft. Der Saal war zu DDR-Zeiten ein zentraler Veranstaltungsort für Konferenzen, Betriebsfeste und Tanz. Viel ist derzeit aber nicht mehr davon übrig.

Mitglieder des Nachbarschaftstreffs befreien seit 2014 in regelmäßigen Arbeitseinsätzen das Grundstück von Wildwuchs und Gerümpel. Entstehen sollen hier Projekt- und Kreativräume, eine kleine Gastronomie und Raum für Veranstaltungen. Eine Absichtserklärung zwischen der Eigentümerin – der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten (SPSG) – und dem Verein gibt es bereits, münden soll diese auch bald in einem Nutzungsvertrag. Und jetzt will man noch einen Schritt weitergehen und das marode DDR-Gebäude sanieren: „Wir möchten die ursprüngliche Architektur in ihrer Besonderheit sichtbar machen“, erklärt Zeller – ein Raumplanungskonzept dafür sei bereits in Arbeit.
Gaststätte auf dem Scholle-Grundstück

Und tatsächlich schlummerte lange Zeit eine besondere DDR-Architektur im Dornröschenschlaf auf dem verwilderten Grundstück. Als nach 1945 die Bevölkerungsdichte im Stadtteil zunahm und verstärkt Sanssouci-Besucher anreisten, wuchs auch der Bedarf an Gastronomie, an der es noch in den 1960er-Jahren in der DDR mangelte. Das hatte unter anderem mit Lieferengpässen zu tun. Doch wer die Versorgung von Gaststätten garantieren konnte, das war der Verband der Konsumgenossenschaften der DDR. Von ihr kam dann schließlich der Auftrag, auf dem Scholle-Grundstück eine Gaststätte zu bauen, das die Potsdamer Schlösserverwaltung damals zur Verfügung stellte.

In einem Architektenkollektiv der Stadt Potsdam wurde es dann 1968 konkret. Einer, der als damaliger Chef der staatlichen Bauaufsicht am Bau beteiligt war, ist Karl-Heinz Rönn. Der 87-Jährige, der selbst seit 1958 in Potsdam-West lebt, erinnert sich, dass es sich um einen sogenannten Initiativbau außerhalb der städtischen Jahresplanung handelte. Damit seien „viel Organisation“ und die Arbeit von „Feierabendbrigaden“ verbunden gewesen. Das waren Arbeiter, die Handwerker-Mangel ausgleichen sollten und abends und am Wochenende arbeiteten. „Ich selbst habe deshalb auch nach Feierabend an diesem Projekt gearbeitet“, erzählt der Rentner.

Für die Planung des Gebäudes griff man auf einen Restaurantbau zurück, der auf der Peißnitzinsel in Halle in Sachsen-Anhalt gebaut wurde – anlässlich der 10. Arbeiterfestspiele, ein kulturelles Großereignis in der DDR. Die Wende überstand das Restaurant nicht, es wurde abgerissen.
Besondere Architektur

Einen solchen Typenbau auch woanders zu bauen und den lokalen Bedürfnissen anzupassen, war in der DDR nichts Außergewöhnliches. Die Architektur war hingegen schon etwas Besonderes. Um im Innern des kubischen Baus mehr Platz zu gewinnen, wurde die Dachplatte an Stahltrossen aufgehängt, gehalten von vier großen Stahlmasten im Außenbereich, den sogenannten Pylonen – ähnlich der Hallenkonstruktion im Sportpark Luftschiffhafen. Für die 1960er-Jahre war das sehr modern. In Potsdam sind die Stahlmasten derzeit an der rechten und linken Seite des Gebäudes gut zu erkennen, zur Straßenfront hin sind sie noch von Grün verdeckt. Es ist ein unaufdringlicher Bau, ein Blickfang, der sich dennoch „dezent in das angrenzende Weltkulturerbe einfügt“, so Zeller.

1971war dann schließlich mit der Eröffnung des großen Saals alles fertig, und neben der regulären Gastronomie gab es auch Schüler- und Rentnerspeisung.

Doch kurz nach dem Ende der DDR war dann Schluss, die Diskothek „Charly“ zog bis Ende der 1990er ein, später eröffnete eine Trattoria. 2010 schloss auch die und das Gebäude drohte zu verfallen. Doch 2014 kam dann das Stadtteilnetzwerk auf den Plan. Die Unterstützung für das Vorhaben sei groß, auch seitens der Schlösserstiftung. Diese gab 2011 ein Gutachten in Auftrag, in dem der „architektonische Wert“ der heutigen „Scholle“ hervorgehoben und eine Empfehlung für einen Erhalt ausgesprochen wurde, so Zeller.
„Hier war immer Leben“

Im Verein sei man sich einig, dass die „Scholle 34“ der zentrale Ort des Netzwerkes werden soll, so Zeller. Dass es Probleme angesichts der Debatte über den Erhalt von DDR-Gebäuden geben könne, glaubt er nicht. „Es ist schön, dass die ,Scholle’ nicht in der Stadtmitte steht und es darüber, dass wir ein DDR-Gebäude wieder herrichten wollen, keinen Dissens gibt.“ Finanziert werden soll die Sanierung zunächst über Spenden, zudem hofft man auf finanzielle Unterstützung durch die Stadt – Anträge dafür seien bereits in Arbeit.

Karl-Heinz Rönn, der so viele Überstunden in dem Gebäude gelassen hat, würde es jedenfalls freuen, wenn eine Sanierung realisiert und statt der schwarzen Wände wieder Glas zum Vorschein käme: „Ich war oft da, und mein Sohn hat hier seine Jugendweihe gefeiert“, sagt er. „Hier war immer Leben.“